Verbindungen + Tickets per Handy: easy.GO startet in Leipzig
Nach Tests im kleinen Umfeld startet easy.GO nun in eine erweiterte Testphase. Durch Anwendung in einer breiten Öffentlichkeit sollen Erkenntnisse gewonnen werden, die der Fortentwicklung der Applikation dienen.
Die Realisierungspartner zu easy.GO:
LVB Ziel der Entwicklungsarbeiten an easy.GO war es, ein modernes ÖPNV-Informationssystem sowohl für Stammkunden als auch für Gelegenheits- und bisherige Nichtnutzer zu schaffen. easy.GO ist kein Handy-Ticketingsystem, sondern ein Kundeninformationssystem mit angeschlossenem Ticketerwerb. Eine der wichtigsten Komponenten von easy.GO ist der integrierte Fahrplan. „Der Nutzer erhält stets aktuelle Abfahrtszeiten aller Leipziger Haltestellen und Verbindungsauskünfte“, so Peter Nebe, LVB-Geschäftsbereichsleiter Marketing/Kommunikation. „Dafür wurde eine Schnittstelle zur überregionalen Fahrplanauskunft INSA geschaffen, wodurch Fahrplandaten in Echtzeit zur Verfügung stehen.“ easy.GO bietet die Möglichkeit ohne Registrierung sofort Fahrkarten über das Handy zu erwerben. Ticketkäufe werden einfach über die Mobilfunkrechnung abgerechnet. Es sind keine Tarif- oder Tarifzonenkenntnisse erforderlich, da die Anwendung nicht nur beliebige Verbindung anbietet, sondern auch immer das passende Tarifangebot dazu. Zusatzinformationen über aktuelle Baustellen, Neuigkeiten und Service-Stellen runden das Angebot ab. Eine Individualisierung der Anwendung easy.GO ist über die Funktion „Favoriten“ möglich.
Entwickler von easy.GO, die Jenaer IT-Firma the agent factory
easy.GO funktioniert einfach, der Dienst selbst ist kostenfrei und steht allen Besitzern von java-fähigen Handys und iPhone zur Verfügung. Auch Besitzer von Android-Geräten werden easy.GO nutzen können. „Den Verkehrsunternehmen eröffnen sich, mit ihren Live-Daten auf Handy oder Smart-phone, Möglichkeiten mit enormem Zukunftspotential. Mit easy.GO kann gezeigt werden, was mobil wirklich machbar ist und in welche Richtung zukünftige Entwicklungen gehen werden. Damit bietet sich die Chance, einen ganz neuen Markt zu erschließen. Jetzt erreicht der ÖPNV auch die Handynutzung und das in gehobener Qualität“, so Michael Selle, Geschäftsführer von the agent factory. Weiterentwicklungen der Technologien sind bereits geplant und werden zukünftig noch stärker die Vernetzung von Individualverkehr und ÖPNV unterstützen, bspw. mit einem Adressrouting von Haustür zu Haustür und der Geolokalisierung von Menschen und Objekten. Speziell die durch neue mobile Endgeräte gegebenen Möglichkeiten sollen ausgeschöpft werden, um eine hohe Nutzerfreundlichkeit zu gewährleisten.
MDV Die Akteure im Mitteldeutschen Verkehrsverbund wollen mit neuen Ansätzen Potentiale für die Nutzung von Zug, Tram und Bus zu erschließen. Mit easy.GO startet eine Anwendung, die insbesondere bei jüngeren Erwachsenen Zugangshemmnisse zum ÖPNV-Systems abbauen soll: Fehlendem Wissen über das Verkehrs- und Tarifangebot wird mit individuell aufbereiteten Informationen begegnet. Darüber hinaus wird das Handy zum jederzeit verfügbaren mobilen Fahrkartenautomaten, das ohne Bargeldhandling immer das passende Ticket liefert.
Die 1,8 Millionen Einwohnern im Verbundgebiet legen täglich Millionen von Wege, zur Arbeit, in der Freizeit u. s. w., zurück. easy.GO soll dazu beitragen, hierbei die Öffentlichen Verkehrsmittel stärker ins Spiel zu bringen. Gerade unter dem Aspekt, dass ja nicht überall Ticketautomaten oder elek-tronische Anzeigensysteme (DFI) verfügbar sein können, sieht der MDV Chancen für den ÖPNV in mehreren Dimensionen: Einerseits die Entwicklung – auch Kosten sparender – neuer Informations- und Vertriebskanäle, anderseits, noch wichtiger, die weitere Öffnung des Systems für potentielle Kunden durch moderne und einfache Services.
Steffen Lehmann, Geschäftsführer des MDV: „Als Verbundgesellschaft erwarten wir aus der Testphase in Leipzig und Halle aufschlussreiche Erkenntnisse, auf deren Basis wir die verbundweite Einführung des Handydienstes vorbereiten können. Hierüber wollen wir großflächig Nutzerzahlen erschließen, die positive Wirkungen auf unsere Einnahmesituation haben. Wir denken, dass gerade Zielgruppen, die sonst nicht bzw. selten den ÖPNV nutzen – aber umso mehr neue Handydienste – die bequeme Möglichkeit des Ticketkaufs mit dem Handy für sich entdecken.“
